Dieter Bergmann - Versicherungen Finanzen Vorsorge

Demografie: Der unterschätzte Wandel für Unternehmen.

Der demografische Wandel – also die Überalterung der Gesellschaft durch das steigende Lebensalter und sinkende Geburtenraten – stellt Ihr Unternehmen vor personelle Herausforderungen. Doch bisher wurde die Veränderung der Bevölkerungsstruktur vor allem mit den politischen Auswirkungen in Verbindung gebracht. So standen die negativen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und die Zukunft unserer sozialen Sicherungssysteme im Mittelpunkt des Interesses. Dabei wirkt sich der demografische Wandel bereits heute vor allem auf Unternehmen und deren Belegschaften aus. So ändert sich die Altersstruktur schon jetzt hin zu älteren Mitarbeitern im Betrieb, und immer weniger jüngere rücken nach. Gleichzeitig kommen die sogenannten Baby-Boomer – die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1950 und 1971 – ins Rentenalter. In weniger als 10 Jahren werden die 50- bis 65-Jährigen die 35- bis 49-Jährigen als stärkste Gruppe der Erwerbsbevölkerung ablösen.

Leistungen betrieblicher Krankenversicherungen

Die individuellen Tarifbausteine der betrieblichen Krankenversicherung sind meist modular ausgerichtet, angelehnt an die sogenannten Modultarife der privaten Krankenzusatzversicherung. Dies bietet dem jeweiligen Unternehmen die Möglichkeit, die verschiedenen Leistungsspektren an den Betrieb, seine speziellen Rahmenbedingungen und die spezifischen Bedürfnisse der Mitarbeiter anzupassen. Anbieter betrieblicher Krankenversicherungen stellen in der Regel folgende Produkte bereit:

 

  • Zahnzusatzversicherungen
  • zusätzliche Tarife für den stationären und ambulanten Bereich
  • Erweiterung der Krankentagegeldversicherung
  • Kostenübernahme für Vorsorgeuntersuchungen
  • Leistungen beim Heilpraktiker
  • Sehhilfen
  • Auslandsreisekrankenversicherung
  • Pflegevorsorge
  • Notfall-Assistance
  • kurzfristige psychologische Beratung für Belegschaft und Angehörige
  • einige wenige Versicherer: Angebot eines Interimsmanagements im Falle eines Ausfalls von Führungskräften (v.a. für Geschäftsführer und Abteilungsleiter): Wiedereingliederungsmaßnahmen, Risikoprävention

Absicherung der Familie

Bei den meisten Anbietern können auch Familienangehörige, d.h. Ehepartner und Kinder bis 25 Jahre mitversichert werden. Möglich ist dies allerdings nur mit normaler Gesundheitsprüfung und bei Eigenfinanzierung des Beitrags. Auch hier garantieren die Versicherer sofortigen Schutz ohne Wartezeiten im Leistungsfall.

Vorteile für den ARBEITGEBER bzw. das Unternehmen als Versicherungsnehmer: 

 

  • Mitarbeitergewinnung, -bindung und -motivation
  • Stärkung der sozialen Kompetenz
  • Imageaufwertung des Unternehmens
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Absetzbarkeit als Betriebsausgabe
  • Senkung der Lohnnebenkosten
Tipp:

Mit der Umsetzung eines solchen Modells kann der Arbeitgeber seine Reputation nicht nur nach innen stärken, sondern sich auch nach außen Vorteile beim Kampf um qualifizierte Mitarbeiter sichern und sich als interessanter Arbeitgeber präsentieren.

Vorteile für den ARBEITNEHMER als Versicherter und Leistungsempfänger: 

  • vergünstigte Beiträge
  • sofortiger Schutz ohne Wartezeiten
  • verkürzte oder keine Gesundheitsprüfung
  • Aufnahmegarantie
  • Verbesserung der Arbeitszufriedenheit
  • Familienabsicherung
Tipp:

Eine weitere Zusatzversicherung ist damit in den meisten Fällen nicht mehr nötig. Vor einer Kündigung des alten Vertrags sollte der Versicherte jedoch unbedingt den Leistungsumfang der bKV überprüfen, um mögliche Leistungslücken zu vermeiden.

Voraussetzungen für den Abschluss eines Versicherungsvertrags

In den meisten Fällen ist der Abschluss einer betrieblichen Krankenversicherung an bestimmte Bedingungen geknüpft, die die einzelnen Anbieter separat festlegen. Folgende Bedingungen müssen in den meisten Fällen erfüllt werden:

 

  1. Kollektiver Versicherungsschutz und Versicherungsbeginn: Ein solcher Versicherungsvertrag kann nur abgeschlossen werden, wenn sich ein Vertrag auf mehrere Mitarbeiter oder eine homogene Gruppe von Mitarbeitern, wie beispielsweise leitende Angestellte oder Führungskräfte, bezieht und der Vertrag für alle versicherten Personen und Leistungsempfänger zum selben Zeitpunkt beginnt. Die Gruppen sollten möglichst nach objektiven Maßstäben gebildet werden, damit sich keine Mitarbeiter benachteiligt fühlen.
  2. Mindestanzahl zu versichernder Personen: Dies kann je nach Unternehmensgröße variieren. Bei kleineren Betrieben ist eine Mindestpersonenanzahl von 5 Personen ausreichend. Bei mittelständischen Unternehmen müssen mitunter 50 Prozent, bei größeren 25 Prozent der Belegschaft versichert werden.
  3. Versicherbarer Personenkreis: Alle Arbeitnehmer bzw. Angestellte, die sich in einem zeitlich unbefristeten Beschäftigungsverhältnis befinden und ihre Probezeit bereits absolviert haben.
  4. Nicht versicherbarer Personenkreis: Nicht versichert werden können alle geringfügig und kurzfristig Beschäftigten, Saisonarbeitnehmer sowie Arbeitnehmer in Zeitarbeitsverhältnissen.
  5. Einwilligung zur Einschränkung der Leistungspflicht: Sind die vom Anbieter festgelegten Voraussetzungen erfüllt, verzichtet das Krankenversicherungsunternehmen unter Umständen gänzlich auf die sonst erforderliche Gesundheitsprüfung für jeden einzelnen Mitarbeiter oder schränkt sie ein. Der Arbeitnehmer muss sich aber damit einverstanden erklären, dass eine Einschränkung der Leistungen gegebenenfalls vorgenommen werden kann.

Aktuelle Studie zur Gesundheitsvorsorge

Das Beratungsunternehmen Towers Watson hat rund 1.000 gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer im Alter von 20 bis 55 Jahren zu ihrer Einstellung gegenüber einer betrieblich geförderten Krankenzusatzversicherung befragt. Die Ergebnisse:

  • 58 Prozent wünschen sich eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung
  • 54 Prozent finden den Zugang zu vergünstigten betrieblichen Absicherungskonditionen - auch bei einer Finanzierung aus eigener Tasche - interessant
  • 63 Prozent  sehen Lücken im Leistungsangebot der GKV
  • 49 Prozent halten eine Krankenzusatzversicherung künftig für unverzichtbar
  • 93 Prozent sind grundsätzlich bereit, in eine entsprechende Versicherung zu investieren
  • 56 Prozent erhoffen sich mit dem Abschluss von Krankenzusatzversicherungen eine bessere Versorgung bei Zahnersatz, 54 Prozent eine bessere medizinische Versorgung
  • gefragt sind vor allem die Zahnersatzpolice (68 Prozent), die Zahnprophylaxeversicherung (57 Prozent), die Absicherung regelmäßiger Vorsorgeleistungen wie Schutzimpfungen, Gesundheitschecks und Hautkrebsuntersuchungen (49 Prozent) sowie die Absicherung des Pflegerisikos (35 Prozent)
  • Premiumleistungen wie eine Chefarztbehandlung suchen dagegen nur wenige 

Quelle: Towers-Watson-Studie „Kranken-Zusatzversicherung – Bedarf an Gesundheitsleistungen“, 2014